Wie ökologisch ist der McPlant Burger von McDonalds?

McPlant Burger von McDonalds

Fotocredit: AdobeStock

Die Antwort ist so ernüchternd wie einfach: so ökologisch ein Burger sein kann, dessen Bestandteile 10.000 Kilometer zurückgelegt haben.

Im Herbst 20121 ist man den großflächigen Plakaten von McDonalds wohl kaum entkommen – das ganze Land war mit der Werbung für den „McPlant“ überzogen. Mit dem neuen Veggie-Burger möchte der Konzern ein Angebot für die öko-affine Zielgruppe schaffen. Doch wie ökologisch ist der Burger wirklich?

McDonalds und die Suche nach Fleischalternativen

McDonalds hat auch in Österreich schon seit einiger Zeit einige wenige vegetarische Produkte im Programm: Veggie Burger, Fresh Veggie Wrap, Tomato Salsa Veggie Wrap und Veggie Salat. Nun aber ist die Familie gewachsen und darauf sollte das Konsumvolk mittels gigantischer Werbekampagne auch gebührend informiert werden.

Grundsätzlich ist die Initiative aufgrund des wachsenden Markts für Vegetarier und Veganer leicht nachvollziehbar, doch die Umsetzung des McPlant, wie der „Öko-Burger“ heißt, zog sich wesentlich länger hin, als vermutet. Bis die Vorgabe: „Er soll schmecken wie ein echter McDonalds Burger.“ erfüllt war, mussten viele Lebensmitteltechniker tüfteln und am Feinschliff feilen.

Geworden ist es ein Burger mit einem Patty aus Erbsenprotein, ohne künstliche Farbstoffe und Konservierungsmittel und exklusiv mit der Partnerfirma BEYOND MEAT® entwickelt.

Letztere sollte auch das glaubwürdige Image einbringen, schließlich ist der US-amerikanischer Nahrungsmittelproduzent veganer Fleischersatzprodukte bereits seit 2009 am Markt tätig.

Der McPlant – wenig Nachhaltigkeit, nicht sehr ökologisch

Der McPlant basiert auf dem McDonald’s Viertelpfünder (Quarter Pounder mit Cheese Deluxe), enthält aber ein Patty, das in Zusammenarbeit mit der veganen Fleischalternativen Marke Beyond Meat entwickelt wurde, um genau wie seine echten Beef-Burger zu schmecken.

Wie praktisch alle Beyond Meat-Patties wird es aus einem mit Erbsen- und Reisprotein-texturierten Faschiertem in Kombination mit Stärken, Farbstoffen und Aromen (laut Hersteller nur aus natürlichen Zutaten, aber hoch verarbeitet Zutaten wie Rote Rüben gewonnen) hergestellt.

Der vegane „Käse“ ist eine Kombination aus Kokos- und anderen Ölen sowie Emulgatoren. Die vegane Burgersauce wurde geschmacklich auf die würzige Mayonnaise abgestimmt, die schon bisher in McDonald’s Chicken Sandwiches verwendet wird.

McDonalds hält auf seiner Website ausdrücklich fest: Die Zutaten des McPlants sind zwar vegetarisch (das Patty selbst ist vegan), allerdings wird das Patty am gleichen Grill wie unsere Beef-Produkte zubereitet wodurch wir nicht hundertprozentig ausschließen können, dass das pflanzliche Patty in Kontakt mit Fleisch kommt.

Des Burger-Gigantens Werbung mit Nachhaltigkeit und Regionalität

McDonalds wirbt sehr intensiv mit den regionalen Bezugsquellen für seine Produkte und streicht auch gerne sein Engagement für ökologische Produkte hervor.

Doch wie ökologisch ist der Burger wirklich? Eine Anfrage von oekoreich zeigt nun, welchen teils extrem langen Weg die einzelnen Zutaten zurücklegen.

Den Auskünften des Konzerns zufolge stammt das Erbsenprotein für das Patty, die Grundbasis des Burgers, aus den USA. Die Gewürze kommen unter anderem aus Kanada. Das Patty selbst wird in Holland gefertigt und dann wohl tiefgekühlt nach Österreich gebracht. Den Berechnungen von oekoreich zufolge dürfte ein Burger damit bis zu 10.000 Kilometer hinter sich gebracht haben, wenn er bei uns im Karton über die Pudl (Theke, Tresen) geht.

Der Burger ist also rein pflanzlich, dafür aber aus der halben Welt zusammengekarrt. Nachhaltigkeit? Weit gefehlt.

Und sonst? Nun ja, immerhin weist er ernährungstechnisch einige Vorzüge gegenüber dem Original Quarter Pounder with Cheese Deluxe auf, nämlich 469 kcal (statt 630 kcal), 22 g Fett (statt 37 g) und etwas weniger Salz, nämlich 2,5 g statt 3 g. Diese Nährwertangaben beziehen sich auf eine Portion (202g) und stammen direkt von McDonalds.¹

Ob der McPlant dauerhaft im Programm bleibt bzw. wieviel Zeit er bekommt, sich zu etablieren, wird vom Konzern übrigens nicht verraten.

Die Initiative oekoreich fordert Transparenz

Mit einem Umsatz von über 700 Millionen Euro und über 400.000 Gästen pro Jahr ist der Konzern auch in Österreich ein maßgeblicher Faktor der Gastronomie. Dass Konsument*innen nicht auf einen Blick erfahren, dass der „McPlant“ in Wahrheit ein „McImport“ ist, wird von der Bürgerinitiative scharf kritisiert:

„Wer so intensiv mit Nachhaltigkeit wirbt wie McDonalds, sollte die Karten offenlegen. Wie ökologisch ist ein Burger, der 10.000 Kilometer zurücklegt? Wieso erfahren Konsument*innen das erst auf Rückfrage? Dieser Fall zeigt mal wieder, wieso es auch in der Gastronomie so dringend eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung braucht. Nur so erreichen wir bewussten Konsum“ sagt Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich.“²

oekoreich setzt sich als Nachfolge-Initiative des erfolgreichen Tierschutzvolksbegehrens im Auftrag von über 416.000 Menschen für eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln ein, auch in der Gastronomie.

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Quellen:

¹ Kalorienrechner McPlant
² oekoreich – unabhängige Bürgerinitiative zur Förderung von Ökologie & Nachhaltigkeit

Linktipps

– Fragwürdige Bio-Importe der Handelskonzerne
– Die populärsten Ernährungsweisen und Diäten
– Wissenschaftliche Ernährungskonzepte für Vegetarier, Veganer & Flexitarier
– Vertical farming – was ist das?
– Vegan oder vegetarisch – wie gesund ist das für Kinder und Jugendliche?

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